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Labor - Mutter Courage

»Andreas Nathusius hat aus Bertolt Brechts ›Mutter Courage und ihre Kinder‹ einen fesselnden Theaterabend geschaffen. So lebendig hat man Brechts modernen Klassiker lange nicht mehr gesehen. Sinnvoll ergänzt mit neuen Texten, ohne das Original dadurch zu schwächen, hervorragend besetzt und außerdem auch noch kurzweilig: Diese Labor-Version von ›Mutter Courage‹ kann sich sehen lassen. [...] Andreas Nathusius zeigt viele dieser Mittel in seiner ›Courage‹-Inszenierung, und das macht einen Großteil der Faszination dieses Abends aus. [...] Andreas Nathusius hat aber auch eine geschickte Hand für die Führung seiner Schauspieler. Das Ensemble, in schmuckloses Schwarz gekleidet, bewegt sich auf ausgeklügelten großen und kleinen Wegen, kein Schritt ist in dieser Inszenierung ohne Sinn. Auch der Einsatz der Original-Musik von Paul Dessau und moderner Komposition fügt sich zusammen. Im Ensemble ragt Susanne Höhne in der Titelrolle heraus. Sie ist verzweifelt, schroff und liebevoll, traurig und zynisch - eine große Leistung. Überragend auch Robert Brandt als Feldprediger und Feldwebel: Er verleiht seinen Figuren eine Doppelbödigkeit, die nur auf den ersten Blick vergnüglich wirkt. Lars Wellings als Koch und Fähnrich ist ebenso wandlungsfähig, er gibt den Mann zwischen den Stühlen mit großem Engagement. Agnes Mann als Hure Yvette und als Erzählerin spricht ihre Texte ganz wunderbar, ihr Spiel bewegt. Als Gast ist Vincenz Türpe wieder einmal zu sehen, er spielt den ältesten Sohn der Courage eindringlich. Ebenso mit Elan und Kraft agiert Johann David Talinski als zweiter Sohn der Marketenderin. Die stumme Tochter Kattrin spielt Sara Wortmann mit vollem Körpereinsatz zutiefst berührend. Ein großer Theaterabend im Großen Haus, bei dem die drei Stunden Spieldauer wie im Fluge vergingen. Das Publikum war begeistert von dieser Inszenierung.«

(Lübecker Nachrichten)

 

 

 

»Als Courage liefert Susanne Höhne eine großartige Leistung ab, verkneift sich private Gefühle, spielt sich die Wut vom Herzen. Ihr stilles Gespräch mit dem Feldprediger nach der Pause (Robert Brandt gibt ihn überzeugend) macht betroffen. Beide Schauspieler kommen mit Brechts kantiger, holzschnittartig klarer Diktion glänzend zurecht. Sara Wortmann als stumme Tochter ist anrührend in ihrer Sehnsucht nach heiler Welt. Vincenz Türpe als älterer Sohn der Courage schlägt sich hier wie in anderen Rollen gut durch die Szenen. Gleiches gilt für den jüngeren Bruder von Johann David Talinski. Lars Wellings als Werber, Koch, Feldwebel und Fähnrich muss Vielseitigkeit beweisen, ebenso Agnes Mann als Hure und Frau Oberst, als Bäuerin und Erzählerin. [...] Wie gesagt: Auch im neuen Gewand macht diese Courage betroffen.«

(HL-live)

 

 

 

»Mit seiner Inszenierung ›Labor - Mutter Courage‹ hat sich Andreas Nathusius in Lübeck auf Spurensuche gemacht: nach Kriegsgewinnern und -verlierern, nach Menschenwürde, nach Brecht und seinem Drama und nach dem epischen Theater. Ein starkes Stück. Die zarte Susanne Höhne stattet die Courage mit trotziger Kraft und der nötigen Bereitschaft aus, Moral gegen Gewinn abzuwägen und beizeiten über Bord zu werfen. Nathusius lässt in Schwarzweiß spielen (Ausstattung Annette Breuer) - und wie so oft bei seinen Regiearbeiten auf vielen Ebenen. [...] Nathusius spannt den Bogen jedoch weiter: In seinem ›Labor‹ laufen Versuchsreihen, in denen der statistische Wert eines Menschen (in Deutschland 1,65 Millionen Euro) aufgeschlüsselt wird, in denen das globale Wohlstandsgefälle seziert wird. [...] Langweilig ist der Abend an keiner Stelle und wird wie die Darsteller schließlich mit herzlichem Applaus belohnt.«

(shz)

 

 

 

»Susanne Höhne kommt als Mutter Courage mit trotziger Kraft und der nötigen Bereitschaft, Moral gegen Gewinn abzuwägen und beizeiten über Bord zu werfen, daher. [...] Nathusius spannt den Bogen jedoch noch weiter: In seinem ›Labor‹ laufen Versuchsreihen, [...] in denen schließlich auch Brechts Idee des epischen Theaters zum Thema wird: auseinandersetzen statt hineinversetzen, Argument statt Suggestion. [...] Dafür war das Publikum auffallend jung.«

(Lübeckische Blätter) 

 

 

 

»Bei Vincenz Türpes engagiertem Appell, die Möglichkeiten, die Welt (doch noch) zu retten, sofort zu verwirklichen, applaudierte das Publikum bei der Premiere spontan. [...] Der Mensch trägt Schwarz, Sinnbild für Bedrohung wie für trostlose Trauer. In diesem Spannungsfeld bewegt Susanne Höhne in der Titelrolle - mit jeder Faser jeden Moment eine wahre Tragödin. Die Tragik der stummen Tochter Kattrin verkörpert Sara Wortmann mit einer seltenen Intensität. Die anderen Fünf verwandeln sich mehrfach: Agnes Mann, Robert Brandt, Johann David Talinski, Türpe und Lars Wellings beeindrucken durch die Präzision, mit der sie Charaktere des ›Oben‹ und des ›Unten‹ verkörpern und zeigen dürfen, was Lübecks Schauspiel kann. [...] Die Premierenbesucher applaudierten am Ende ausdauernd.«

(Lübeck erleben)

 

 

 

»Der Regisseur Andreas Nathusius schafft es, Brecht gerecht zu werden und gleichzeitig die dort aufgeworfenen moralischen Fragen an unsere Zeit zu stellen. [...] Nathusius möchte mit seiner modernen Inszenierung ebenfalls aufklären und scheut sich nicht, dem Zuschauer seine Mitverantwortung detailliert aufzuzeigen, indem es die Konsequenzen seines Tuns für die Zustände auf der Welt aufzeigt. [...] Susanne Höhne als Mutter Courage verkörpert diese angeprangerte Doppelmoral überzeugend. [...] Filmausschnitte aus dem schwarz-weißen Originalfilm aus dem Jahr 1961 werden in die Handlung auf der Bühne eingeflochten, die Schauspieler synchronisieren sie live und verlassen ihre Rollen, um nachdenkenswerte und emotionale Monologe an das Publikum zu richten. Dadurch bleibt der Abend abwechslungsreich und anspruchsvoll. Brecht ist auch heute noch eine wichtige Stimme, die gehört werden sollte - wie gut, dass es Regisseure wie Andreas Nathusius gibt, die ihn so zu inszenieren wissen, dass ihm auch 2017 noch zugehört wird. Die Inszenierung ›Labor - Mutter Courage‹ hat mich begeistert!«

(Ultimo)